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Ausflugsrepertoire

"Ob das überhaupt ein richtiges Wort sei", wurde ich gefragt. Gehört habe ich den Begriff "Ausflugsrepertoire" bei meinem Lehrer Konrad Jarnot. Er bezeichnet das Repertoire, was zwar (gerade noch) im Rahmen der stimmlichen Möglichkeiten liegt, aber im strengen Sinn nicht mehr zum "Fach" gehört.

  Ausflugsweise gesungen kann man zum Einen daran lernen und möglicherweise in das schwerere Fach hineinwachsen, und zum Anderen bietet sich die Chance besondere Schätze der Musik aufführen zu dürfen.

A. Dvorak - Ave maris stella

    Diese Aufnahme ist hier mit Harmonium begleitet - ein faszinierendes Instrument. Ebenfalls faszinierend: Die Aufnahme entstand als Experiment mit der Frage: In welcher Entfernung sollten die benutzten Mikrofone stehen, so dass die Stimme am besten repräsentiert wird. Die Anwort in diesem Fall: ganze zehn Meter!

C. Orff - Carmina Burana - Dies, nox et omnia

    Diese Liveaufnahme entspringt einer meiner ersten Carmina Burana Aufführungen. Derart nostalgisch eingestellt, verzeiht man womöglich, dass sie nicht ganz CD-Qualität hat. Bei diesem Geniestreich Carl Orffs aus dem "Cours d'amour" der Carmina Burana geht es als Bariton-Solist darum, drei verschiedene "Gesangstechniken" emotional richtig motiviert zu beherrschen: Der Anfang in verletzlicher "voix-mix", gefolgt vom sehnsüchtig hoffendem "Falsett" bis hin zur derben, männlich übersteigerten Bruststimme. 

F. Schubert - Der Wegweiser

   Was macht man um drei Uhr nachts als Liedsänger, wenn der Kollege ein leicht zu tragendes Hammerklavier hat. Na klar - man trägt es in eine Kirche und nimmt in der Laune der Nacht eines der dunkelsten Stücke auf.

 

  W.A. Mozart - Rivolgete

    Mit der Produktion von "Cosí fan tutte" habe ich 2012 mein Konzertexamen gemacht. Natürlich ist die Stimme seit dem Zeitpunkt weiter gewachsen, aber gerade das macht diese Aufnahme so reizvoll. 

J. Brahms - "Herr, lehre doch mich"

Dieses Brahms-Requiem hatte es mir schon 2009 angetan. Ich glaube ja, dass in Musik die wirklich erlebten Gefühle des Komponisten wieder zum Leben erweckt werden. Bei meinem allerersten Brahms-Requiem löste selbiges eine Glaubenskrise aus...

 

L.v.Beethoven - The wandering minstrel

Werke ohne Opuszahl - so nüchtern werden die Arrangements von irischen und schottischen Liedern in das Ouevre Ludwig van Beethovens eingegliedert. Weil das für mich eine der ersten Studioerfahrungen schlechthin war, teile ich dieses Lied, auch wenn es unter heutigem Gesichtspunkt eine kleine Jugendsünde darstellt.

 

R. Schumann - Widmung

   "Du, kannst Du mal eben gerade Widmung spielen? - ist wichtig!" Gesagt, getan - gespielt, gesungen und aufgenommen- und keine zehn Minuten später an eine Angebetene geschickt.

Ach, Du liebes Sängerleben! - so ist das eben.

Titelinfos:

Aufnahmen aus dem Privatarchiv, die aus dem Rahmen fallen. Unter anderem weil sie schon nostalgisch alt, in ungewöhnlicher Besetzung oder aus einer bestimmten Laune heraus spontan entstanden sind.

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